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Minenunglück in Buchform

Das Minenunglück in Hemishofen am 17. Juni 1944

Ein Rückblick auf das tragische Ereignis unter Berücksichtigung der Aussagen und Aufzeichnungen eines damals noch unbekannten Zeitzeugen von Walter Schmid.

Copyright: Spezialitätenverlag ib-wsh, Lächlerstrasse 70, CH 8634 Hombrechtikon

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Geschichtlicher Überblick

Vorgeschichte

Es war im Sommer 1943, als sich der Kommandant der Grenzbrigade 6 Gedanken machte, wie die Sicherung der Grenze wirkungsvoller vorgenommen werden könnte. Er ordnete an, dass die 156 Grenzübergänge mit Minensperren zu verstärken seien. Zur Verfügung stand die «Streumine 37», mit der man eine wirksame Sperre gegen Fahrzeuge und Panzer errichten konnte.

Die Minen waren damals bei der Truppe noch kaum im Einsatz. Deshalb gab es nur wenige Wehrmänner, die Spreng- und Minenkurse besucht hatten. Das waren Spezialisten, die weder bei der Truppe vor Ort stationiert waren, noch überwachten und kontrollierten sie den Bau der Sperren. An den Einsatzorten der Minen gab es deshalb kaum jemanden, der im Umgang mit Minen ausgebildet war. Dies geht aus den Befragungen bei der Untersuchung des Unglücks hervor.

Was war passiert?

Am Samstag, 17. Juni 1944, um 11:15 Uhr, ereignete sich am linken Rheinufer, gegenüber Hemishofen, eine Explosion.

 

In einem sumpfigen Wäldchen, «Dschungel» genannt, explodierten nahe der Unterkunft eines militärischen Wachtpostens 20 Minen.

Alle Minen lagen mehr oder weniger dicht beieinander. Man muss davon ausgehen, dass durch irgendeinen Umstand eine Mine ausgelöst wurde. Durch den enormen Explosionsdruck detonierten in einer blitzschnellen Kettenreaktion auch die restlichen 19 Minen.

 

Insgesamt explodierten 60 kg Trotyl , das entspricht etwa der Gewalt von 200 Handgranaten oder einer 100-kg-Fliegerbombe!

 

Die Explosion riss einen Krater von 4 m Durchmesser und 1.5 m Tiefe in den Waldboden.

 

Das tragische Minenunglück, konnte letztlich nie ganz geklärt werden!

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Beim Unglück starben noch auf der Unfallstelle neun Wehrmänner, ein Verunglückter erlag später im Kantonsspital Schaffhausen seinen schweren Verletzungen.

 

Acht weitere Wehrmänner wurden so schwer verwundet, dass sie in das Spital eingeliefert werden mussten. Einige leicht Verletzte versorgte der Truppenarzt.

Die Opfer

Wachtmeister Ernst Beuggert (geb. 1906)
Wachtmeister Oskar Sauter (geb. 1911)
Korporal Franz Behr (geb. 1904)
Korporal Otto Brütsch (geb. 1922)
Gefreiter Willi Kocherhans (geb. 1912)
Gefreiter Herbert Brütsch (geb. 1917)
Schütze Georg Wenger (geb. 1909)
Schütze Johann Ammann (geb. 1926)
Schütze Johann Eigenmann (geb. 1922)
Schütze Willy Dünnenberger (geb. 1924)

 Gedenkstätte

Rituale und Gedenken

Die Gedenkstätte im Wäldchen, auf der anderen Rheinseite von Hemishofen, ist ein Ort der Stille und des Gedenkens. Die Namen der 10 Wehrmänner, die bei dem Minenunglück ums Leben kamen, sind in Stein gemeisselt. Sie werden so in ewiger Erinnerung gehalten.

Jedes Jahr veranstaltet der Verein der "Alten Krieger Füs Bat 160" eine Gedenkfeier mit Kranzniederlegung und einer Rede eines hochrangigen Militärs (aD). Im Anschluss wird gemeinsam, andächtig gesungen und an die Verstorbenen gedacht.

Kurz nach Beendigung des 2. Weltkrieges wurden in der Schweiz vier Gedenksteine errichtet. Einer davon, "Gedenke der Soldaten die hier in treuer Pflichterfüllung am 17. Juni 1944 ihr Leben liessen" (Inschrift in Stein gemeisselt) findet man im "Dschungel" beim "Sepling" in der Gemeinde Wagenhausen.

 

Der Gedenkstein wurde am Sonntag, 13. Oktober 1946 errichtet und feierlich eingeweiht.

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Polizeikommando
Kt. Thurgau

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